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An die
Regierung von Niederbayern
Postfach
84023 Landshut
Rinchnach,
den
St 2134 (Zwiesel) B 11 - Rinchnach - B 85:
Einwendung im Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung Rinchnach
Sehr geehrte Damen und Herren,
Gegenstand des laufenden Planfeststellungsverfahrens ist der komplette Neubau eines Abschnitts der
Staatsstraße St 2134 im Osten von Rinchnach.
Dieses Vorhaben lehne ich aus grundsätzlichen Erwägungen ab und fordere daher, auf den Bau der
Straße zu verzichten.
Ich schließe mich dabei der Meinung der Interessengemeinschaft "Für eine naturerhaltende Umgehung von Rinchnach"
an und begründe meine Einwendung wie folgt:
- Rinchnach hat mit der B 85 schon eine Ortsumgehung. Der überregionale Verkehr in Ost-West-Richtung läuft seit
bereits 60 Jahren an Rinchnach vorbei.
- Für den wesentlich schwächeren überregionalen Verkehrsstrom in Nord-Süd-Richtung von der B 11-Zwiesel/Dreieck
kommend Richtung B85-Schönberg/Passau ist eine Umfahrung des Rinchnacher Ortskernes gut möglich und auch
ausgeschildert (Fernverkehr/LKW-Verkehr). Der zum Teil schon erfolgte Ausbau der Strecke Zwiesel – Grafenau –
B 85 wird diesen Verkehrsstrom in den nächsten Jahren noch verringern.
- Ortsunkundige Autofahrer nehmen diese beschilderte Empfehlungs-Umfahrung an, Ortskundige benutzen nach wie
vor die kürzere Strecke durch den Ortskern. Dabei ist vor allem der Schwerverkehr sehr belastend. Dieser lässt sich
bisher aber weder von der nadelöhr-artigen Ortskernein- und –ausfahrt noch durch die besonderen Gefahren der
engen Ortsmitte zu einer Fahrt auf der etwas längeren "Umfahrungs-Strecke" bewegen.
- Um dieses Problem grundsätzlich und zufrieden stellend lösen zu können, bedarf es keineswegs der geplanten
Umgehungs-Trasse. Das Ziel der Ortskernentlastung kann ebenso erreicht werden mit einem begradigten Ausbau
der bestehenden „Zwieseler“ Straße (St 2134) sowie einer geraden Anbindung an die REG 4 mittels einer Brücke bei
"Herrenmühle". Mit dieser Maßnahme wird der überörtliche Verkehr auf der vorfahrtsberechtigten Straße geradeaus
und ungehindert zur B 85 gelenkt und fließt nicht mehr durch die Ortsmitte. Diese "kleine Umgehungslösung" fällt
sicher wesentlich günstiger aus als die jetzige Planung.
- Der Schwerlastverkehr aus Zwiesel Richtung Donauraum und Österreich wird nach dem beschlossenen baldigen
dreispurigen Ausbaus der B 11 zwischen Schweinhütt und Regen, der bereits erfolgten Umgehung Regen sowie des
umfassenden, laut Bundesverkehrswegeplans vordringlichen Ausbaus der B 11 Deggendorf – Bay. Eisenstein (als
fernstraßengeeignete Trasse Deggendorf – Pilsen - Prag) sicher geringer werden.
- Die touristische Attraktivität der Rinchnacher Gegend ist vor allem bestimmt von dem ursprünglich-natürlichen
Naherholungsgebiet im östlichen Gemeindebereich, die Landwirtschaft durch die nachteilige Mittelgebirgslage. Der
Rinchnacher Raum hat kaum Arbeitsplätze zu bieten. Deshalb ist ein Erhalt des derzeitigen Standes der
Landwirtschaft und des Tourismus - besser noch ein Ausbau - sehr wünschenswert. Der Bau der geplanten
Umgehung steht dem sicher abträglich, noch abträglicher aber für die Lebens- und Gestaltungsmöglichkeiten
künftiger Generationen. Dazu ein Zitat von Alois Glück: "Wir müssen bei Entscheidungen immer darüber
nachdenken, wie sie sich auf unsere Kinder und Enkelkinder auswirken, wir dürfen nicht von der Substanz leben,
sondern müssen nachhaltig wirtschaften".
- Der Lebenswert der Rinchnacher Gegend ist vor allem bestimmt durch die ursprüngliche und historisch gewachsene
Natur- und Kulturlandschaft im östlichen Gemeindegebiet. Der Bau der gewaltig raum-durchpflügenden Fern-
Transitstrecke würde dies und die Wirtschafts- und Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft unwiederbringlich
zerstören und stößt – wie auch bei der Ortsumgehung Kirchberg - auf großen Widerstand, vor allem auch von Seiten
der Grundstückeigentümer.
Auch den vom Bund Naturschutz in seiner Einwendung vorgetragenen Argumenten stimme ich voll zu.
Mit freundlichem Gruß
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