IG "Umgehung von Rinchnach"
IG Umgehung von Rinchnach Grundsätzliches zur IGMustereinwendung 
Mustereinwendung der IG als Vorlage für Einwendungen
im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für die Ortsumgehung von Rinchnach
(29. Dez. - 11. Februar)

An die
Regierung von Niederbayern
Postfach

84023 Landshut
                                                                                                                             Rinchnach, den

St 2134 (Zwiesel) B 11 - Rinchnach - B 85:
Einwendung im Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung Rinchnach


Sehr geehrte Damen und Herren,

Gegenstand des laufenden Planfeststellungsverfahrens ist der komplette Neubau eines Abschnitts der
Staatsstraße St 2134 im Osten von Rinchnach.
Dieses Vorhaben lehne ich aus grundsätzlichen Erwägungen ab und fordere daher, auf den Bau der Straße zu verzichten.
Ich schließe mich dabei der Meinung der Interessengemeinschaft "Für eine naturerhaltende Umgehung von Rinchnach" an und begründe meine Einwendung wie folgt:
  1. Rinchnach hat mit der B 85 schon eine Ortsumgehung. Der überregionale Verkehr in Ost-West-Richtung läuft seit bereits 60 Jahren an Rinchnach vorbei.
  2. Für den wesentlich schwächeren überregionalen Verkehrsstrom in Nord-Süd-Richtung von der B 11-Zwiesel/Dreieck kommend Richtung B85-Schönberg/Passau ist eine Umfahrung des Rinchnacher Ortskernes gut möglich und auch ausgeschildert (Fernverkehr/LKW-Verkehr). Der zum Teil schon erfolgte Ausbau der Strecke Zwiesel – Grafenau – B 85 wird diesen Verkehrsstrom in den nächsten Jahren noch verringern.
  3. Ortsunkundige Autofahrer nehmen diese beschilderte Empfehlungs-Umfahrung an, Ortskundige benutzen nach wie vor die kürzere Strecke durch den Ortskern. Dabei ist vor allem der Schwerverkehr sehr belastend. Dieser lässt sich bisher aber weder von der nadelöhr-artigen Ortskernein- und –ausfahrt noch durch die besonderen Gefahren der engen Ortsmitte zu einer Fahrt auf der etwas längeren "Umfahrungs-Strecke" bewegen.
  4. Um dieses Problem grundsätzlich und zufrieden stellend lösen zu können, bedarf es keineswegs der geplanten Umgehungs-Trasse. Das Ziel der Ortskernentlastung kann ebenso erreicht werden mit einem begradigten Ausbau der bestehenden „Zwieseler“ Straße (St 2134) sowie einer geraden Anbindung an die REG 4 mittels einer Brücke bei "Herrenmühle". Mit dieser Maßnahme wird der überörtliche Verkehr auf der vorfahrtsberechtigten Straße geradeaus und ungehindert zur B 85 gelenkt und fließt nicht mehr durch die Ortsmitte. Diese "kleine Umgehungslösung" fällt sicher wesentlich günstiger aus als die jetzige Planung.
  5. Der Schwerlastverkehr aus Zwiesel Richtung Donauraum und Österreich wird nach dem beschlossenen baldigen dreispurigen Ausbaus der B 11 zwischen Schweinhütt und Regen, der bereits erfolgten Umgehung Regen sowie des umfassenden, laut Bundesverkehrswegeplans vordringlichen Ausbaus der B 11 Deggendorf – Bay. Eisenstein (als fernstraßengeeignete Trasse Deggendorf – Pilsen - Prag) sicher geringer werden.
  6. Die touristische Attraktivität der Rinchnacher Gegend ist vor allem bestimmt von dem ursprünglich-natürlichen Naherholungsgebiet im östlichen Gemeindebereich, die Landwirtschaft durch die nachteilige Mittelgebirgslage. Der Rinchnacher Raum hat kaum Arbeitsplätze zu bieten. Deshalb ist ein Erhalt des derzeitigen Standes der Landwirtschaft und des Tourismus - besser noch ein Ausbau - sehr wünschenswert. Der Bau der geplanten Umgehung steht dem sicher abträglich, noch abträglicher aber für die Lebens- und Gestaltungsmöglichkeiten künftiger Generationen. Dazu ein Zitat von Alois Glück: "Wir müssen bei Entscheidungen immer darüber nachdenken, wie sie sich auf unsere Kinder und Enkelkinder auswirken, wir dürfen nicht von der Substanz leben, sondern müssen nachhaltig wirtschaften".
  7. Der Lebenswert der Rinchnacher Gegend ist vor allem bestimmt durch die ursprüngliche und historisch gewachsene Natur- und Kulturlandschaft im östlichen Gemeindegebiet. Der Bau der gewaltig raum-durchpflügenden Fern- Transitstrecke würde dies und die Wirtschafts- und Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft unwiederbringlich zerstören und stößt – wie auch bei der Ortsumgehung Kirchberg - auf großen Widerstand, vor allem auch von Seiten der Grundstückeigentümer.
Auch den vom Bund Naturschutz in seiner Einwendung vorgetragenen Argumenten stimme ich voll zu.

Mit freundlichem Gruß