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Konfliktpotenzial soll früh erkannt werden
Pilotprojekt Landschaftsrahmenplan für Region Donau-Wald - Entscheidungsgrundlage
(Straubinger
Tagblatt, 29.4.2009)
Wie gehen Natur und Menschen in der Region Donau-Wald in eine möglichst gute Zukunft? Darum ging es am Dienstagvormittag im Landratsamt : Das Pilotprojekt "Landschaftsrahmenplan
für die Region Donau-Wald" wurde vorgestellt. Behördenvertreter aus ganz Niederbayern nahmen an der Veranstaltung teil.
Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit hatte das Landesamt für Umwelt zusammen mit der Fachhochschule Weihenstephan ein
Naturschutz- und Landschaftspflegemodell erarbeitet, das raumbedeutsame Erfordernisse und Maßnahmen im Blick hat. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Region Donau-Wald sprach Landrat Alfred Reisinger die Hoffnung auf eine positive Weiterentwicklung
der gesamten Region aus und forderte die Gesprächsteilnehmer dazu auf, sich in einen entsprechend offenen Dialogprozess einzubringen.
Reisinger mahnte eindringlich an, das neue Landschaftsentwicklungskonzept (LEK) nicht als Behinderungs- oder Verhinderungsinstrument zu sehen: "Ich erwarte
von dem gutachterlichen Charakter dieses Modellprojekts eine positive Weiterentwicklung unserer Heimat. Nachdem Josef Seidenschwarz vom bayerischen Umweltministerium auf die Bedeutung dieses Entwicklungskonzeptes als ganzheitliche Informations- und
Entscheidungsgrundlage hingewiesen hatte, stellte Leitender Regierungsdirektor Hans Leicht vom Umwelt-Landesamt dessen Ziele detailliert vor. "Das LEK hat in der Region Donau-Wald die Aufgabe, die Betrachtung und Analyse von Planungen und Projekten unter dem Aspekt der Umweltverträglichkeit zu ermöglichen."
Darüber hinaus erleichtere es dem Planungsverband und den Kommunen ihre Grundlagenarbeit für eine Reihe wichtiger Vorhaben. Das neue Konzept sehe sich als
Pilotprogramm, mit vorhandenen Daten und neuen Erkenntnissen einen Plan zu entwickeln, der schmäler sei als der bisherige Plan - aber ohne Abstriche an der Qualität. Wichtig zu wissen sei, dass das LEK keine Rechtsverbindlichkeit, sondern einen rein gutachterlichen Charakter besitze. Die Planungs- und
Handlungsfreiheit aller seiner Anwender, vor allem aber die Planungshoheit der Gemeinden, werde nicht eingeengt.
Informationen zum Pilotprojekt gab es von Professor Markus Reinke, Fachhochschule Weihenstephan, der seinen Fachvortrag als Beitrag für eine verbesserte Basis
für Nutzungs- und Planungsentscheidungen vor Ort und keinesfalls als Verhinderungsplanung gesehen haben wollte. Er erläuterte dies an den zwei Beispielen Mallersdorf-Pfaffenberg als Hügellandschaft und Viechtach als Regensenke in ihrer optimalen, jeweils
landschaftstypischen Nutzbarkeit.
"Unser LEK soll neben einer vorsorgenden Umweltplanung insbesondere auch die Lebensqualität in der Region stärken und weiter entwickeln." Denn
für die hier lebenden Menschen seien nicht nur ein guter Arbeitsplatz und eine funktionierende Infrastruktur wichtig, sondern ganz besonders die "weichen Faktoren" wie Wohnumfeld und die Qualität des Umlandes. Beispielhaft sei auch der praktische Nutzwert des
LEK für Kommunen und Behörden. Prüfe eine Kommune einen Standort für ein größeres Gewerbegebiet oder eine Straßenbaubehörde eine Umgehungsstraße im ersten Planungsstadium, werde sich bei einem Blick in das Konzept schnell erkennen lassen, welche Schutzgüter betroffen sein könnten.
Konflikte mit dem Naturschutz ließen sich frühzeitig erkennen, um die Planung dahingehend zu optimieren. "Unsere Informationsbasis ist eine wichtige Entscheidungs- und
Abwägungshilfe für Gemeinden, Landkreise und Behörden bei Einzelvorhaben und Raum bedeutenden Planungen."
Dem bisherigen Kapitel "Natur und Landschaft" des Regionalplans fehlten gesetzlich geforderte Komponenten wie eigenständige Bestandsaufnahme, Bewertung
und Entwicklungskonzeption für die Schutzgüter. "Die ohnehin geforderte Fortschreibung dieses Kapitels wird mit einem LEK als Fachbeitrag sicher einfacher", schloss der Referent, der im Anschluss in eine rege Diskussion verwickelt wurde .
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